Festungstouren MV
Mecklenburg-Vorpommerns unbekannte Schätze interaktiv entdecken

Stralsund - preußische Großfestung in Vorpommern

In Stralsund haben wir es mit einer ungefähr 250 Jahre währenden, sehr intensiven Festungsgeschichte zu tun. Diese Masse mit ihren zahlreichen Aspekten kann nur in mehreren Touren erschlossen werden.

Die Stadt selbst mit ihrer heute recht unscheinbaren Stadtumwallung ist durch dutzende Kampfspuren geprägt. 1628, 1678, 1715, 1809 - an Belagerungen mangelte es dem Ort nicht. Überall in der Stadt zeigen eingemauerte Kanonenkugeln, dass kein Haus vor Beschuss sicher war, ganz zu schweigen von den Posten direkt am Wall.

Stralsunder Stadtwall 1678. Rechts der Dänholm mit Sternschanze.

 

Um das Problem zu lösen, versuchte die schwedische Herrschaft den Festungsriegel umfangreicher zu gestalten und den Feind damit in Schach zu halten. Von diesen frühen Linien ist auf der Landseite kaum noch etwas zu sehen, aber sie waren Wegbereiter für spätere Entwicklungen. Auf Rügen hingegen gibt es mit der Prosnitzer Schanze die besterhaltene und größte Feldfestung der Insel. Ihre Geschichte ist mit der Stralsunds untrennbar verbunden. Wallenstein ließ sie 1628 erbauen, die Schweden gestalteten sie um und die Preußen verstärkten sie ab 1815. Mehrfach wurde sie beschossen und erobert. Ebenso wechselhaft war ihre Bedeutung: Fährstelle, Wachposten, Küstenbatterie, Feldlager. Die Prosnitzer Schanze ist damit bedeutendes Relikt Stralsunder und Vorpommerscher Geschichte.


Nachdem Napoleon die Festung Stralsund schleifen ließ, bauten die Preußen sie ab 1815 in ihrem eigenen Stil wieder auf. Doch damit nicht genug: Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurden vor der Stadt und auf Rügen mehrere Forts errichtet, um den neu angelegten Kriegshafen zu schützen. Mit dem Dänholm entwickelte sich eine starke Inselfestung, die noch heute mit Sternschanze, Kasernen, Kasematten und Geschützbatterien eindrucksvoll die militärische Vergangenheit des Eilands vermittelt.




Die Halbinsel Drigge war nicht weniger strategisch wichtig. Von dort aus konnte man den Dänholm und die südliche Zufahrt, also praktisch den ganzen Hafen, bedrohen. Auch eine Landung wäre an dieser Stelle leicht möglich gewesen. Schon im 17. Jahrhundert wurde ein Sperrriegel angelegt, der die schmalste Stelle der Halbinsel kontrollierte. Ab 1815 bauten die Preußen auch hier starke Festungswerke. Die alte Verteidigungslinie wurde durch drei Forts, das sogenannte Sperrwerk, und zwei Redouten ersetzt. An der Südspitze der Halbinsel sicherte ab den 1870er Jahren eine moderne Küstenbatterie die südliche Zufahrt. Auch wenn einige Werke zerstört wurden, sind heute noch beachtliche Reste vorhanden, die wir uns erschließen können.