Festungstouren MV
Mecklenburg-Vorpommerns unbekannte Schätze interaktiv entdecken

Rostock - Zankapfel Mecklenburgs

Hach, mit der Rostocker Stadtbefestigung ist es so eine Sache. Bauen wir sie weiter aus? Oder doch nicht. Sind wir für diese Seite? Oder doch die andere. Vielleicht reicht ja nur ein Gartentor...

Im Mittelalter stand die Stadtmauer symbolisch für die Macht und Größe der Hansestadt. Hohe Mauern und noch höhere, geschmückte Tore vermittelten einen Eindruck von enormen Reichtum und Unbezwingbarkeit.

Im 16. und 17. Jahrhundert war dieses Bild Vergangenheit. Streit im Inneren der Stadt, aber auch mit den mecklenburgischen Herzögen sorgte ständig für unangenehme Situationen.

Das Steintor ist die in Ziegel geformte Narbe einer Wunde, die die Herzöge Ende des 16. Jahrhunderts in die Stadtmauern rissen. Irgendwie wirkt es ja mittelalterlich-protzend in seinem klobigen Gehabe, aber dem ist nicht so. Die Ursprünge des Tores und des gesamten Bereiches vor dem Tor sind heute begraben, können aber mit Bildern und etwas Fantasie wieder vor Augen geführt werden.

Die Heumagazinbastion erstrahlt heute wieder in ihrem alten Glanz, nachdem das Stückwerk jüngster Eingriffe etwas zurück gestutzt wurde. Wie ein Sporn ragt sie aus den Wallanlagen heraus. Sie ist Zeugnis einer Bauperiode, die quasi typisch  für norddeutsche Städte ist.

Konkurrierend, gleichzeitig unterstützend liegt weit neben ihr die Dreiwallbastion, deren Teufelskuhle in den letzten Jahrhunderten für einen Wust an Sagen sorgte. Einige dieser Legenden basieren auf wahren Begebenheiten. Hier treffen sich historische Ereignisse wie die Belagerung 1631 mit schon fast tölpischer Folklore. Sie ist wie das Steintor und die Heumagazinbastion einziges Zeugnis genau einer Bauperiode, sodass wir eine Art Perlenschnur der Geschichte haben, an der wir uns entlanghangeln können.

Mit drei - leider verkrüppelten - Kanonen bestückt, wirkt die Fischerbastion noch am wehrhaftesten. Hier kann man einen wundervollen Blick auf den Hafen genießen und zugleich überdeutlich erkennen, was ihr Zweck war.


Rostock und sein Stadtwall im 17. Jahrhundert, gezeichnet von Merian.


Die Rostocker Befestigungsgeschichte ist voll von komischen und tragikomischen Anekdoten. Statt reine Ereignisgeschichte abzuarbeiten, werden wir einen Blick in frühere Alltage werfen und uns quasi durch die Zeiten "zappen", von der DailySoap im Stadtrat zum actiongeladenen Blockbuster von 1631.